Ich bin Franziska Füllgraf und arbeite an der Schnittstelle von Gestaltung, Handwerk und experimenteller Forschung.
Ursprünglich komme ich aus der Maßschneiderei. Dort habe ich gelernt, Formen nicht nur zu betrachten, sondern sie zu entwickeln, zu konstruieren und ihre Entstehung nachzuvollziehen. Diese Auseinandersetzung mit Formenbau begleitet mich bis heute: von der Konstruktion eines Schnittmusters bis zur Beobachtung von Pilzwachstum, Materialverhalten oder tierischer Wahrnehmung. Mich interessiert, wie Formen entstehen und welche Prozesse sie prägen.
Viele meiner Arbeiten beginnen mit Beobachtungen. Mich interessiert, wie Materialien reagieren, welche Spuren Organismen hinterlassen und wie Licht, Feuchtigkeit, Zeit oder Nutzung Veränderungen hervorrufen. Gestaltung verstehe ich dabei weniger als das Durchsetzen einer Idee, sondern als die Möglichkeit, Zusammenhänge sichtbar zu machen.
In meiner Werkstatt entstehen daraus Porzellanlampen, Objekte, Installationen, Workshops und experimentelle Forschungsprojekte. Dabei bewege ich mich zwischen Handwerk, Gestaltung und Ökologie und arbeite sowohl an freien Projekten als auch an Auftragsarbeiten.
Auch die Arbeit mit meinem Hund prägt meinen Blick auf die Welt. Als Artensuchhunde-Team lesen wir Spuren und suchen nach Hinweisen, die für Menschen oft unsichtbar bleiben. Die Zusammenarbeit mit einer anderen Wahrnehmungsform schärft meinen Blick für das, was bereits vorhanden ist, bevor Gestaltung überhaupt beginnt.
Heute lebe und arbeite ich zwischen Hannover, Hildesheim und Nordhessen. Viele meiner Arbeiten bewegen sich zwischen Werkstatt, Feld, Atelier und Ausstellungsraum, auf der Suche nach Formen, die nicht nur gemacht, sondern verstanden werden wollen.